Torre Grande „Via Miriam“ – Ampezzaner Dolomiten – TOURENTIPP KLETTERN

 
 

Während im Frühsommer in den meisten großen Dolomi­tenwänden überwiegend noch schlechte Verhältnisse herrschen, gibt es doch eine beachtliche Anzahl von Alter­nativen, die das „Erlebnis Fels“ auch schon im Mai und Juni er­möglichen.

Die Cinque Torri haben als „Klettergarten im Gebirge“ einen guten Ruf. Die klotzigen Felstürme, beliebte Fotomoti­ve der Kalendermacher und unmittelbar gegenüber der mächtigen Südwand der Tofana di Rozes gelegen, bieten eine Reihe kurzer, schöner Kletterfahrten, unter denen die „Via Miriam“ auf den Gro­ßen Turm, 2366 Meter, beson­ders bevorzugt wird. Erstbe­gangen wurde sie von Miriam E. O’Brien mit A. und G. Dimai und A. Gasperi im Jahr 1927. Es handelt sich um eine äußerst abwechslungsreiche und zum Teil sehr luftige Klet­terei in gutem, anfangs etwas abgegriffenem Fels. Alle Ha­ken sind vorhanden, einige Klemmkeile zusätzlich wären empfehlenswert. Kletterlänge 230 Meter. Zeit: 2 bis 3 Stun­den.

Schwierigkeiten: V/AO (eine Stelle), wenn diese frei geklet­tert wird, erhöhen sich die Schwierigkeiten auf V+, sonst IV und V, nur kurze Stellen leichter.

Ausgangspunkt: Falzarego­paß, 2105 Meter.

Stützpunkt: Cinque-Torri-Hütte, 2137 Meter. Von der Paßhöhe in Richtung Cortina hinunter, bis sich die Straße am meisten dem Bach nähert (etwa 1 1/2 Kilometer östlich der Paßhöhe). Nun auf bezeichne­tem Steig (Nr. 440) am Rifugio Scoiattoli vorbei zum tiefsten Punkt der Südwand. Von der Cinque-Torri-Hütte in wenigen Minuten zum Einstieg, der sich etwas links der Südostecke befindet.

Übersicht: In der Mitte der Südwand erkennt man ein mächtiges Dach. Der erste Teil des Anstiegs leitet weit rechts des Daches, nahe der Süd­ostecke, über Wandstellen und durch Kamine empor zu einem deutlichen Band. Über dieses gelangt man links auf­wärts bis unter das Dach. Man umgeht es links und klettert durch eine Verschneidung auf das Band unter der Schlußwand. Die Verschneidung, wel­che die Schlüsselstelle bildet, kann umgangen werden, in­dem man unter ihr schräg links aufwärts, um die Süd­westkante herum, zum Nor­malweg klettert.

Abstieg: Über die Schlußwand entweder abklettern oder abseilen (Abseilhaken knapp 20 Meter unterhalb des Gipfels) und auf dem Band in den riesigen Kamin queren, der den ganzen Gipfelblock spaltet. Dort aber links heraus, über eine steile Stufe abwärts und durch Kamine (immer in Blickrichtung Scoiattoli-Hüte) abklettern oder abseilen (die Abseilstellen müssen selbst eingerichtet werden, Haken fehlen).