Sportkletterziele im Schweizer Rätikon

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Es ist ein weitverbreitetes Mißverständnis, zu glauben, das Sportklettern beginne erst jenseits des VI. Grades, Sportklettem sei Felsgymnastik mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen, Magne­sia, Klemmkeile, EB’s. Sportklettern ist ganz allgemein das Klettern unter sport­lichen Aspekten. Und was sind sportliche Aspekte? Magnesia und VII. Grad sicher nicht, denn sonst wäre das Sportklettern nur eine Disziplin weniger, ständig trainie­render Leistungssportler. Man kann auch einen IVer als Sportkletterer bewältigen, indem man sportliche Aspekte in die Begehung impliziert. Und nochmals die Frage: Was sind sportliche Aspekte? Heutzutage wird das freie Klettern viel be­redet, und das ist der augenblicklich wich­tigste sportliche Aspekt. Freies Klettern unter Verzicht auf die Verwendung vor­handener oder selbst angebrachter Haken zur Fortbewegung ist keinesfalls an den VI. Grad gebunden. Auch eine Tour im IV. Schwierigkeitsgrad kann derart durchstie­gen werden. Ein weiterer Aspekt ist die Zeit; auch der, der die benötigte Zeit für eine Klettertour als Kriterium für eine sportliche Leistung sehen will, ist keines­falls an extrem schwierige Routen gebun­den. Unter diesem Blickwinkel seien die nachfolgenden Vorschläge für Klettereien im Rätikon gesehen, keinesfalls soll hier eine Auswahl der schwierigsten Routen vorgestellt werden, ich möchte vielmehr aufzeigen, daß das Sportklettern eine Spielsportart für Jedermann sein kann.

Sulzfluh

Mit 2818 Metern und einer einmaligen Lage im Grenzkamm des Rätikons ist die Sulzfluh der Aussichtsberg par excellance der Gruppe. Unschwierig von Norden zu erreichen, im Spätwinter großartiges Ski­tourenziel, bricht nach Südwesten eine 250 bis 300 Meter hohe Steilwand ab, die Südwestwand des Westgipfels. Die Wand fußt auf einem etwa 100 Meter hohen Schrofenvorbau, der etwas unangenehm sein kann, vor allem im Frühjahr, wenn noch Schneereste anzutreffen sind. Alle Einstiege beginnen auf genanntem Vor­bau. Heute ziehen sechs eigenständige Routen durch die Südwestwand, wobei je­doch nur fünf Routen häufiger begangen werden, der »Hochzeitsweg« im linken, brüchigen Wandteil (V+/A1) ist bisher nur wenige Male wiederholt worden. Die viel­leicht schönste Kletterei im mittleren Schwierigkeitsbereich bietet die »Stanek-Neumann» (V-/A0), herrlichste Platten­kletterei, teilweise von Rissen durchsetzt, in bestem Fels und vor allem auch für den Fünferkletterer ohne Hakenverwendung zu durchsteigen, mit einer Ausnahme, nämlich dem berühmten Höhlenüberhang, wo zwei Fortbewegungshaken notwendig sind, um den V. Grad nicht zu überschrei­ten. Vielleicht klingt es unglaubhaft, doch es sollte einen Versuch wert sein. Nach zehn Metern zweigt von der ersten Seil­länge der »Stanek-Neumann» nach rechts die »Unmittelbare« (V/A0) ab. Vor allem die ersten vier Seillängen bieten großartige Kletterei, während im oberen Teil einige brüchige Passagen, die jedoch nicht schwierig sind (IV), die Homogenität etwas stören. Für Freikletterambitionen erfordert die »Unmittelbaren allerdings an zwei Stel­len den VI. bzw. den unteren VII. Schwie­rigkeitsgrad, nämlich am Seilquerhang (2. SL) und am »Doppelüberhang«, den man links durch einen feinen Riß umgeht. Durch den kompakten Wandteil, der direkt vom höchsten Punkt des Westgipfels abfällt, leitet die »CKC-Führe« (VI-/A1). Hat man die beiden ersten, sehr brüchigen Ein­stiegsseillängen hinter sich (IV und V+), dann folgt hervorragend schöne, manch­mal etwas künstliche Kletterei mit stellen­weise etwas verdächtiger Hakenqualität, wegen der bisher auch freie Versuche ge­scheitert sind, zwei Seillängen warten noch auf ihre freie Durchsteigung (siehe An­stiegsblatt Seite 55). Durch den auffallen­den langen Riß, knapp rechts der Gipfelfalllinie, leitet der »Austriakerriß« (V+/A0), auch bekannt als Direkte Südwestwand, durch Pauses »Extremen Fels« entspre­chend bekannt und viel begangen, von der nicht bekannt ist, ob sie bereits völlig frei durchstiegen worden ist. Bei trockenem Wetter, vor allem im Herbst, wartet jedoch auch hier herrliche Kletterei mit nur zwei I technischen Passagen, die ersten drei Seil- längen (Vorbau) jedoch sind, wie meist, etwas brüchig und gebieten Vorsicht. Die Südwestwand wird rechts durch einen Ian-gen, tief ins Kar abfallenden Pfeiler be­grenzt, den Südpfeiler. Auf dessen linken Seite zieht von einem auffallenden Pfeiler-kopf ein markanter Rißkamin nach Süd­westen herab, durch den die wohl schönste Rißkletterei des Rätikons leitet, der »Prätti­gauer Riß«. Bei der Erstbegehung wurden im Riß fünf breite Holzkeile angebracht, die

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