HÖLLENTORKOPF SÜDWESTWAND – Klettervorschläge auch für die kalte Jahreszeit

 
 

Die kalte Jahreszeit zwingt uns extreme Kletterer dazu, kürzer zu treten. Viele sagen dem Klettersport „ade“, um dann im Frühjahr erschrocken festzustellen, daß die Kletterform unter der Zwangs­pause erheblich gelitten hat. Für diejenigen, die ihre Form gern „konservieren“ möchten, aber angefrorene Fingerkuppen scheuen, sind die folgenden Klettervorschläge wie geschaffen.

Anfahrt

Ausgangspunkt ist die Osterfelderbahn bei Garmisch-Partenkir­chen. Man fährt hierzu kurz in Richtung Grainau, um dann links abbiegend in wenigen Minuten beim großen Parkplatz der Oster­felderbahn zu sein.

HoeLLENTORKOPF SueDWESTWAND topoStützpunkt

Keiner erforderlich, da auch im Winter Halbtagestour!

Zugang

Von der Bergstation der Osterfelderbahn in kurzer Zeit — Rich­tung Alpspitzgipfel marschierend — in die sogenannte Rinder­wegscharte. Steil in Richtung Höllental hinab (im Sommer mar­kierter Steig), bis man Einblick in die Südwestseite des Höllen­torkopfes bekommt.

Der Einstieg der Pflanzelt-Führe befindet sich im rechten Wand­teil bei einer großen gelben Nische.

Die Pfanzelt-Führe

(H. Planzelt, H. Panholzer, 1949)

VI—/A1 oder VI+ und zwei Stellen VII—, wenn frei geklettert wird. Kletterzeit: 1 bis 2 Stunden.

Übersicht

Die Route ist, sobald man in ihr klettert, nicht zu verfehlen und verfolgt ein im rechten Wandteil emporziehendes Rißsystem. Sämtliche Haken stecken, teilweise zu viele! Die Tour ist eine wahre „Bierhenkelparade“ und an Schönheit noch über die „Schüle/Diem“ am Predigtstuhl zu stellen! Es handelt sich um eine äußerst elegante Freikletterei!

Führe

Über einen Vorbau von links her zu gutem Anseilplatz in der gel­ben Nische (II+). Links um eine gelbe Kante auf ein Band und wenige Meter nach links. Über den folgenden großen Wulst direkt hinweg (A1 oder VI+) und den folgenden Riß, am Ende stark überhängend, hinauf und links auf Band zu Standplatz (30 m, VI bis VI+, 4H). In Linksschleife über Platte zu Riß (VI+ oder AO). Diesen gerade, zuletzt links bis zu Reibungsplatte. Über diese unter Überhang und rechts unter diesem weiter zu Rampe. Diese linkshaltend auf Band. Links zu Stand (32 m, VI+, dann VI—, 4H). 8 Meter waagrechter Linksquergang und den folgenden, nach rechts ziehenden Riß, einen griffigen Überhang erkletternd zu Standplatz unter dem markanten Ausstiegsriß (20 m, V bis V+, 4H). Über eine überhängende Wand in den Riß hinein (Vil— oder AO). Diesen weiter unter großen gelben Überhang. Über diesen (VII—) und an Hangelschuppe und kleinem Wulst zum Ende des Risses (28 m, VI bis VII—, 7H, 1 Schlinge). Zunächst gerade, dann linkshaltend über Rampe zu Grat. Über diesen zum Gipfel (II bis Ill, im Winter kann eine Schneeauflage den Ausstieg über die Gipfelabdachung ein wenig erschweren).

Die Henke-Führe

(W. Henke, H. Hillmaier, 1968)

VI—/AO (eine Stelle). Kletterzeit: 2 Stunden.

Übersicht

Die Tour ist nicht leicht zu finden und wirkt etwas gekünstelt. An Schönheit kann sie nur an einzelnen Stellen mit der Pfanzelt-Führe konkurrieren! Viele Verhauer! Kleines Hakensortiment rat­sam.

Führe

Über einen brüchigen Schrofenvorbau von rechts her zu Gras­platz. Nun gerade bis unter die Wand am rechten Ende des Vor­baues. Stand bei Block (II bis III). Über sehr rauhe Platten und Piaz-Verschneidung linkshaltend unter kleinen Überhang. Über ihn hinweg und wieder linkshaltend zu gutem Standplatz (35 m, V bis V+, 2 H). Querung nach rechts und kurz durch Verschnei­dung hinauf und rechts auf Band. Gerade über den folgenden Rißüberhang (AO) und die folgende Plattenleiste mit Untergriffen rechts aufwärts bis zu ihrem Ende. Kurz gerade, dann rechts zu Stand bei Profilhaken (40 m, VI—, VI, AO, 5H). Kurz rechts, wenige Meter mit Pfanzelt-Route gemeinsam, jedoch nach dem gutgriffi­gen Überhang nach links über Band, das sich veriiert. Weiter links, zuletzt Spreizschritt in Kamin (VI—). Diesen bis zu seinem Ende und über Platte gerade hinauf auf Leiste. Kurz nach rechts zu Stand unter der Schlußverschneidung (45 m, V bis VI—, 4H). In die Verschneidung hinein (V+) und diese bis zu ihrem Ende hin­auf (V). In Rechtsschleife auf den Grat und zu Stand in Scharte (35 m, V, dann II, 1H). Über den Grat, einige Überhänge um­gehend zum Gipfel (II bis III).

Abstieg

Über den Ostgrat auf Normalweg in wenigen Minuten zur Rinder­wegscharte zurück (I bis II). Von dort auf dem Zustiegsweg zur Bergstation zurück.

Hinweis

Die Wand erhält im Winter erst spät Sonne. Frühzeitiges Einstei­gen ist deshalb zu vermeiden. Man kann die Tour auch ohne wei­teres mit einer Skiabfahrt vom Osterfeld verbinden!

Führer

AVF Wettersteingebirge, Bergveriag R. Rother, München.

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