SAULAKOPF 2516 m Direkte Ostwand – Rätikon

 
 

Der Saulakopf, abseits der bekannten Klettergipfel des Rätikons wie Sulzfluh und Drusenfluh gelegen, steht im Schatten der Zimba, die oft als das »Matterhorn von Vorarlberg« bezeichnet wird. Das völlig zu Unrecht, denn für den Kletterer ist der Saulakopf der vielleicht interessanteste Rätikoner Kletterberg außerhalb des Grenzkammes. Bereits in den zwanziger Jahren fiel den Bergsteigern die fast 400 Metern hohe Ostwand ins Auge, sodaß schon 1920 die gewaltige Kaminschlucht, die die Ostwand durchreißt, erstiegen wurde. Als »Saulakamin« wurde diese Route bald bekannt und beliebt. Weniger oft begangen werden die anderen Routen in der Ostwand, die Vonierführe und die Nordostwand von Otto Dietrich. Die mit Abstand schönste und interessanteste Kletterei am Saulakopf bietet die Direkte Ostwand, die 1949 von F. Bachmann und T. Zint eröffnet wurde. Allerdings ist diese Route kaum bekannt und deshalb auch verhältnismäßig wenig begangen. Sie ist empfehlenswerter als der » Saulakamin«, der, vor allem wenn mehrere Seilschaften darin unterwegs sind, sehr steinschlaggefährdet ist.

Stützpunkt: Heinrich-Hueter-Hütte des ÖAV. In 2 bis 3 Stunden von Vandans durch das Relltal zur Hütte.

Zugang: Man folgt von der Heinrich-Hueter-Hütte dem AV-Steig Richtung Douglasshütte etwa 15 Minuten, um dann nach rechts durch ein Karrenfeld emporzusteigen zur Mündung der auffälligen Schlucht in der Ostwand. Der Einstieg befindet sich knapp links der Mündung der Kaminschlucht, rechts einer auffallenden Platte, von der Hütte etwa 1 Stunde bis zum Einstieg.

Führe: IV (2 Stellen), meist I I I und IV—. Der schwierigste und gleichzeitig schönste Anstieg auf den Saulakopf, interessante Kletterei in meist festem Gestein. Die notwendigen Haken sind vorhanden, Klemmkeile zur zusätzlichen Absicherung empfehlenswert. Wandhöhe 350 Meter, Zeit 3 bis 4 Stunden.

Von links nach rechts über den Vorbau zum Beginn einer Rinne (II). 1. SL Durch die Kaminrinne schräg rechts empor, auf ein Köpfl, und durch einen Riß 15 m empor zu Stand (35 m, Ill und IV —). 2. SL: Über Platten unter Überhängen schräg nach links, dann durch eine Rinne weiter, später gerade empor und über Platten waagrecht nach rechts zu Stand am Beginn eines Risses (40 m, III).3. SL: Durch den Riß und seine rinnenartige Fortsetzung empor, oben nach rechts zu Stand auf breitem Schuttband (40 m, IV, dann I I I und 11). 4. SL: Über das Schuttband gerade hinweg zu Stand unter Überhang (15 m, 11).5.  SL: Über kleinen Überhang hinweg, dann über Wandstellen und Stufen zu Stand am Beginn eines weiteren breiten Schuttbandes (40 m, IV dann III). 6. SL: Über schuttige Stufen über die geneigte Zone hinweg zu Stand unter Platten, knapp rechts eines Pfeilers (50 m, II). 7. SL: Über Platten gerade empor und nach rechts auf ein Band, diesem folgend zu Stand unter Kamin (40 m, II und Ill). B. SL: Durch den Kamin und über Wandstufen zu Stand auf weiterem Band (40 m, III + und Ill). 9. SL: Über Platten gerade empor bis an deren Ende, nun etwa 25 m Quergang nach rechts (40 m, III undl I). 10 SL: Über Wandstufe auf einen Absatz, dann durch nach rechts geneigten Riß und Wandstellen in einer Linksschleife zu Stand bei Wandbuch (40 m, Ill und IV —). 11. SL: Zuerst gerade, dann links empor zu einer Schuppe, an dieser wenige Meter schräg rechts empor und nach links zu Stand (40 m, III und III +). 12. SL: Durch den folgenden Kamin gerade empor (40 m, II und III). Nun über den Gipfelschrofen nach etwa 150 m zum höchsten Punkt.

Abstieg: Über den markierten Normalweg zurück zur Hütte (1 1 /2 Stunden).