Die Handeggwände am Grimselpaß + Topo – klettern

 
 

Ma­terial: Klemmkeile 10 bis 50 mm. Ab­stieg: Südöstlich 1mal 20 m in eine Schlucht abseilen und durch sie abstei­gen oder über den Zufallsweg (siehe Nr. 11) 4mal 40 m abseilen.

10 Quarzriß

Erste Begehung am 15. Juni 1979 durch Balsiger und Scheller.

Schwierigkeit: VI, sehr schöne Kletterei. Material: Wenige Klemmkeile 5 bis 20 mm, 45-Meter-Seil. Abstieg: Wie Hand­eggverschneidung.

11 Zufallsweg

Erste Begehung am 1. August 1979 durch Howald, Feederle, Burri und Egger. Schwierigkeit: VI. Material: Klemmkeile 5 bis 20 mm. Abstieg: Wie Handeggver­schneidung.

12 Sie + Er

Erste Begehung am 1. August 1979 durch Howald und Feederle.

Schwierigkeit: V—. Material: Klemmkeile 5 bis 20 mm. Abstieg: Wie Handeggver­schneidung.

13 Aegeter-Arnold-Gedächtnisweg Erste Begehung am 2. September 1979 durch Balsiger und Streich. Schwierigkeit: VI, A2. Material: 45-Meter­Seil, Klemmkeile 3 bis 85 mm, alle Ha­ken stecken. Abstieg: Große Rechtsque­rung zur Gelmerbahn.

14 Bioweg

Erste Begehung am 17. Oktober 1979 durch Howald, Feederle, Rüedi und Schusser. Über eine Reibungsplatte zu einer Tanne am Fuß einer riesigen Riß­verschneidung. Die Route folgt nun die­ser Reißverschneidung (2mal 20 m artif). Schwierigkeit: VI, A2. Material: 40-Meter­Seil, Klemmkeile 4 bis 85 mm, 4 Haken. Abstieg: Große Rechtsquerung zur Gel­merbahn.

15 Fair Hands Line

Erste Begehung am 29. Juni 1978 durch von Känel und Stettler.

Schwierigkeit: VI , außergewöhnlich schöne Kletterei, bereits klassisch. Mate­rial: Einige Klemmkeile 5 bis 20 mm, 45­Meter-Seil. Abstieg: Vom Wandbuch 11/2 Seillängen linkshaltend hinauf und an­schließend große waagrechte Rechts­querung zur Gelmerbahn.

16 Chatzenpfad

Erste Begehung am 14. Oktober 1979 durch Flühmann, Gigan und Tschabold. Schwierigkeit: V—. Material: 40-Meter­Seil. Abstieg: Durch eine Rinne rechts der Route.

Eine granitplatte — 400 meter hoch, zehn minuten von der paßstraße entfernt die nachmittagssonne, konturen­verräterisches schräglicht, läßt keinen halt in den graugelben gletscherschliffen erahnen — einige schuppen, wie aufgeklebt, erscheinen, deuten routen­verläufe an — die skizzen des erst­begehers machen neugierig, noch mehr der vergleich mit dem yosemite — wer träumt nicht von apron und glacier point, doch zerfließen ebendiese träume meist beim gedanken an das bankkonto — das „yosemite der schweiz“, ein über­schwengliches prädikat …?

Was uns Hans, der Erstbegeher, am Telefon erzählt hatte, macht neugierig, und Neugier verlangt nach Befriedigung. So sieht uns der Morgen am Einstieg zum „Siebenschläfer“ im linken Teil der Riesenplatte. Die ersten Seillängen, kaum einmal steiler als 50 Grad, nur sel­ten den IV. Schwierigkeitsgrad über­schreitend, sind ideal dazu geeignet, sich an die eigenartige Kletterei zu gewöhnen — der Körper sucht das Lot, die Hände stützen nur, die glatten Sohlen der EB’s haften selbst dort, wo die Furcht vordem Ausgleiten die Schritte hemmen will. Nach fünf leichteren Seillängen beginnt der „Ernst des Lebens“, einige Bohr­haken auf der sich aufsteilenden Platte weisen den Weg — nur nicht ängstlich nach Griffen suchen, du findest kaum Halt, frech Fuß vor Fuß setzen, das Stau­nen über die Haftfähigkeit der Schuh­sohlen weicht dem wachsenden Selbst­vertrauen, die soliden Sicherungsbohr­haken nehmen die Angst vor dem Sturz. Es ist ein seltsames und fremdes Gefühl, an der Grenze der Adhäsion zu gehen und deutlich zu verspüren, wie bei jedem schwierigen Klettermeter die Angst vor dem Ausrutscher mehr schwindet.

Die Schlüsselseillänge, der Steilauf­schwung — die Kletterei ändert schlag­artig ihren Charakter. Einige kraftrau­bende, kleingriffige Meter