ÖFELEKOPF SÜDWESTPFEILER – Rebitsch Führe VI bis VI + /AO – Wettersteingebirge

 
 

Jeder, der durchs Puitental den Schüsselkar-Einstiegen zustrebt, blickt auf den „Öfelepfeiler“. Doch auf die Idee, den Pfeiler ein­mal zu klettern, kommt keiner (man schaue sich nur das Gipfel­buch am Westgipfel an, der Pfeiler erhält pro Jahr etwa soviel Begehungen wie die „Schüsselkar-Südost“ an einem Herbst­wochenende, nämlich etwa fünf!). Zugegeben, der Rebitsch-Pfeiler ist keine Genußtour, doch wer einen brüchigen Sechser auch klettern mag, der wird am Südwestpfeiler einen hernichen Kletter­tag erieben. Diese Route ist schwieriger als die Schüsselkar-Füh­ren; man kann an den schweren Stellen nicht „auskneifen“ wie etwa an der total vernagelten Süd- und Südostwand der Schüssel­karspitze! Schwierigkeitsgrad: VI bis VI+/A0 (2 längere Stellen); Zeit: 5 bis 8 Stunden; Erstbegeher: Hias Rebitsch, Hans Frenade­metz und Wastl Mariner, 1935.

oeFELEKOPF 02Anfahrt und Zugang

Ausgangspunkt für die Tour ist die Ortschaft Leutasch, genauer gesagt der Ortsteil „Gasse“. Vom Parkplatz auf dem Weg ins Pui­tental steil bergan. Bei der Abzweigung zum Söllerpaß rechts weg und auf dem Söllerpaßweg etwa 10 Minuten bergan. Bald jedoch rechtshaltend, einige Gerölirinnen verfolgend zum Beginn einer Schlucht, die zwischen dem Seitengrat und der Hauptwand ver­läuft. An der rechten Schluchtseite hinaufkletternd (II) gelangt man zum Einstieg, der sich bei einer großen, gelbroten Nische befindet (etwa 2 Stunden vom Parkplatz bei flotter Gangart). Stützpunkt Eventuell Gasthäuser in Leutasch.

Übersicht

Blickt man vom Puitental zum Pfeiler des Westlichen Öfelekopfes, so erkennt man in Wandmitte einen großen, gelben Streifen. In seiner Fallinie befindet sich der eigentliche Einstieg am Fuße eines Risses, der unter den gelben Streifen zieht. Weiter geht es links durch die Wand und später durch ein Kaminsystem auf den gelben Pfeilerkopf, der von unten kaum auffällt. Über den linken Begrenzungsrand der Schlucht zwischen Östlichem und Westlichem Öfelekopf gelangt man zum Westgipfel.

Führe

oeFELEKOPF SueDWESTPFEILER TopoEinige Meter links der großen Einstiegsnische über Schuppe über­hängend in einen Riß hinein. Den Riß überhängend welter zu hohl klingender Schuppe. An dieser bis zu ihrem Ende und an sandi­ger Leiste nach rechts zu Stand (36 m, V+, VI—, 3H). Im anfangs leichten Riß über einen morschen gelben Überhang (V—) in seine kaminartige Fortsetzung. In ihr nach etwa 25 Metern zu Stand (32 m, V bis V+, 3H). Im Riß unter großen Kaminüberhang. Mittels 2 Haken, zuletzt frei (VI) über ihn hinweg. Noch etwa 25 Meter weiter im Kamin bis unter großen gelben Dachwulst. Unter die­sem links zu Stand (42 m, VI—, AO, 3H). Auf Band nach links und um Köpfet herum, kurz absteigend und wieder nach links aufwärts zu Standplatz (40 m, ll, dann IV, 2H). 3 Meter gerade zu Haken mit Schlinge, links um überhängendes Eck herum und stark ab­drängend hinauf auf Leiste. Auf dieser kurz links und über über­hängende Wand sehr schwierig gerade hinauf (VI+). Nun links zu Stand in flacher Gufel (32 m, VI bis VI+, 4H). Auf Leiste kurz links zu Haken mit Karabiner. Über einen Wulst 5 Meter hinab (VI) und auf Band nach links dann wieder schwieriger hinauf zu Stand unter gelber Verschneidung (30 m, V+, VI, 3H). 4 Meter in der Verschneidung weiter, dann rechts über graue stark über­hängende Wand und seichte Risse gerade hinauf unter große gelbe Dächer. An Hangelleiste links zu Stand auf Köpfel (32 m, VI bis VI+, 3H). Links weiter hinauf auf eine Rampe. Diese weiter, um ein Eck herum (AO) und luftig einen Riß gerade (V+) auf ein Band. Kurz links und über eine leicht überhängende Wandstelle kurz mittels Haken, dann frei (VI+) weiter. 4 Meter nach links zu Stand auf weiterem Band (30 m, V+, VI, AO, 7H). Auf dem Band nach links und über eine nach rechts hinaufziehende Kamin- und Rißreihe zu Stand in kleiner Scharte (45 m, IV bis V—, 1H). Über die folgende Platte links gerade hinweg und zu Stand unter gel­bem Dach (35 m, IV bis V, 1H). Überraschend leicht über das 1 Meter ausladende Dach hinweg (V+). Vom Schartel darüber kurz hinab und rechts durch Rinne zu weiterem Schartel, Stand (40 m, V+, dann II). Nun nicht wie im Führer beschrieben gerade weiter, sondern nach rechts queren, bis man nach etwa 100 Metern einen Grat erreicht, der links eines auffallenden Turmes ansetzt (II). Über diesen und Wandstellen immer leicht rechtshaltend, zuletzt links auf Köpfel (100 m, III, 1H). Kurz hinab in Geröllrinne und diese links zur Scharte. Rechts über kleine Wandstellen, zuletzt links zum Gipfel (40 m, II bis III).

Bis auf wenige Stellen sind die ganz schwierigen Passagen fest. Die leichteren Längen sind jedoch durchwegs brüchig, manchmal sogar sehr stark locker!

oeFELEKOPFAbstieg

Über den Westgrat des Westlichen Öfelekopfes. Zunächst immer in Gratnähe, erst nach 20 Minuten vor einem großen Gratturm in seine rechte Flanke ausweichen. Dann wieder linkshaltend zu Wie­sen und in wenigen Minuten zum Söllerpaß (II). Dort auf markier­tem Steig zurück zum Parkplatz im Puitental. Zeit: etwa 2 bis 2 1/2 Stunden vom Gipfel.

Hinweis

Die Tour ist alpin, deshalb nur bei sicherem Wetter einsteigen. Ein Rückzug ist wegen der vielen Quergänge im unteren Teil sehr problematisch! Bei Nebel sind sowohl die Tour, als auch der Ab­stieg schwer zu finden!

Führer

AVF Wettersteingebirge, Bergveriag R. Rother, München.