CIMA DEI BURELONI Westkante – Dolomiten – Palagruppe IV und III

 
 

Steht man am Rollepaß, so fällt die scharfgeschnittene Kante so­fort ins Auge, und dennoch wird sie neben den anderen, berühm­teren Anstiegen im gleichen Schwierigkeitsgrad vernachlässigt. Wegen des Zustiegs? Der ist, genau besehen, weit kürzer als der zur Schleierkante, weil man direkt von der Paßstraße zum Einstieg startet. Der feste, herrlich rauhe und gutgriffige Fels zeigt kaum Begehungsspuren, und es steckt in der ganzen Kante nur ein ein­ziger (Stand-) Haken. Die Kletterei ist ungemein luftig — alles in allem eine großartige, hochalpine Genußtour.

Talort: San Martino di Castrozza, 1467 m.

Pale di San MartinoStützpunkt: Rollepaß, 1970 Meter, oder Baita Segantini, 2160 Me­ter, letztere vom Rollenpaß mit Kfz oder Sessellift erreichbar.

Zum Einstieg: Über Gras und später Schutt unter den Abbrüchen des Cimone-della-Pala-Nordwestgrates queren ins Kar des Travig­nologletschers, über Schutt und Firn ansteigen, unter dem Eis­bruch queren und zum Fuß des markanten Torre Travignolo. Von hier leitet eine brüchige Rampe (I und II, defekte Drahtseile) schräg links aufwärts zum Kar Busa dei Camosci. Durch dieses ansteigend zu seinem oberen linken Rand und unter die Wand links der Westkante, 2 Stunden von der Baita Segantini.

Übersicht: Die Führe verläuft zunächst in der steilen Wand rechts der Kante und erreicht diese bei einem markanten, von unten schon sichtbaren Zacken. Von dort immer auf der Kantenschneide über verschiedene Aufschwünge zum Gipfel.

Führe (G. Langes, C. und M. Zagonel, 1927)

Ideale luftige und elegante Kletterei in bestem Fels, teilweise etwas schwierige Orientierung.

IV + / AO (eine Stelle; wenn frei, dann V), sonst IV und III. Wand­höhe etwa 400 Meter (Kletterstrecke 500 Meter). Kine ZH, keine SH, ein Sortiment Klemmkeile und einige H anzuraten, im Früh­sommer für den Zustieg Pickel empfehlenswert. 3-4 Stunden vom Einstieg.

1.  SL: Einstieg etwa 30 Meter rechts der Kante, rechts eines hohen Risses. Über Wandstufe rechtshaltend empor zu Nische, unter ihr schräg rechts queren und ansteigen zu Stand bei Zacken (35 Meter; III).

2.  SL: Einige Meter gerade hoch (hier zieht nach links ein schrä­ger rampenartiger Riß empor, den man nicht verfolgt!), dann rechtshaltend über eine plattige, stumpfe Kante zu Stand links einer großen seichten Nische (35 Meter; III+).

CIMA DEI BURELONI Westkante 023.  SL: Einige Meter nach links und über Überhang zum Beginn eines schräg nach links emporziehenden Risses. An diesem, zu­letzt sehr luftig zu schlechtem Stand (35 Meter; IV—III).

4.  SL: Mit Linksschleife über Überhang und an praller Wand aus­gesetzt rechtsquerend und ansteigend zu Stand am linken Rand einer großen flachen Nische (IV).

5. SL: An Leiste die Nische queren und rechts über kleingriffige Platte ausgesetzt zu Riß. Daran zu Stand bei Zacken (45 Meter; IV—).

6.SL: Mit Rechtsschleife zu Absatz unter gelber, nach rechts ge­öffneter Rißverschneidung, Stand (20 Meter; III).

7.SL: Frei schwierig (V) oder mit SH. Unter Benutzung des Stand­hakens bzw. Steigbaum (IV+/AO) in den Riß und darin anstren­gend empor, oben rechts heraus zu Stand (30 Meter; IV+).

8. SL: Links hinter Zacken hindurch und in seichter Rinne hoch. Wieder links queren zu Schuttplatz oberhalb von Kamin (35 Me­ter; III).

9. SL: Links in kurzem Kamin zu Scharte hinter dem großen Zacken, bei welchem man die eigentliche Kante erreicht (15 Me­ter; II).

10.      SL: An der Kante zu Absatz mit Blöcken (30 Meter; III+).

11.      SL: An der senkrechten Kante links über Überhang, direkt wei­ter (sehr ausgesetzt), oben über Platte und zu Stand (40 Meter; IV— und IV).

12.      SL: An der nun etwas geneigteren Kante über Ausbruch und zu Absatz (40 Meter; III).

CIMA DEI BURELONI Westkante 0113.      SL: Den nächsten Steilaufschwung überwindet man etwas links der Kante an Riß zu Absatz (35 Meter; III).

14.      SL: Über weniger schwieriges Gratstück zu Absatz (25 Me­ter; II).

15.      SL: Direkt auf der schmalen, rissigen Kante bis zu Überhang, heftig nach rechts in Verschneidung queren und darin zu Absatz (40 Meter; Ill und III+).

16.      SL: Den nächsten Aufschwung überwindet man links (rechts Verhauer!), dann gestuft zu Stand (35 Meter; III+ und II).

17.      SL: Über Stufen zum Vorgipfel (30 Meter; I).

18. SL: Leicht in die Scharte und weiter zum Hauptgipfel (40 Beter; I).

Abstieg: Über den Grat nach O absteigen (I) und über einen Firn-und Schrofenhang zu einem Sattel, Passo Zircole. Links über einen Firn- und Schrofengrat absteigen zum Passo Valgrande. Nun nach O über Firn unter den orographisch linken (nördl.) Be­grenzungsfelsen entlang, absteigen und links in ein Seitenkar. Dieses weiter hinab zum Weg Nr. 703. Auf diesem links hoch zum schmalen Passo Farangole und jenseits hinab (Drahtseile) zum Firn- bzw. Schuttfeld. Von hier rechts unter den Wänden querend zum Rif. Mulaz oder geradeaus hinab über Firn und Schutt zum Weg Nr. 710, der vom Rif. Mulaz hinab zur Malga Vezzana führt.  (Gipfel — Passo Farangole etwa 1 Std. bis Malga Vezzana 11/2 bis 2 Std.; bis Baita Segantini 2-21/2 Std.)