La Para Skitour – Waadtländer Alpen

 
 

Deutschsprachigen Skiberg­steigern sind die Waadtländer Alpen wohl kaum ein Begriff – mit Ausnahme von Les Diable­rets, die jedoch durch Bahnen weitgehend erschlossen sind und streng alpingeografisch eigentlich den Westlichen Berner Alpen zuzurechnen wären. Die Alpes Vaudoises liegen im Schatten des mäch­tigen Berner Oberlandes, der Walliser Alpen und des Mont­blanc-Massivs.

La TornetteEin Berggebiet unmittelbar östlich des Genfer Sees, gänz­lich in der französischen Schweiz gelegen. Vielleicht ist dem einen oder anderen Berg­freund der Name Leysin schon einmal untergekom­men. Nahe dieses Ortes kam vor einigen Jahren der schot­tische Alpinist Dougal Haston bei einem Lawinenunglück ums Leben. Abgesehen von dieser traurigen Tatsache können die Waadtländer Al­pen nicht mit großen Namen aufwarten. Doch wie immer gibt es auch in den etwas ab­seits liegenden Gebieten loh­nende Touren: eine davon ist La Para (auch La Tornette ge­nannt), 2540 Meter. Wenn man aus dem engen, kalten Tal auf die weiten Hänge und den win­digen Gipfelgrat gelangt, kann sich ein starkes Gefühl ein­stellen.

Talort: Château-d’Oex, 958 Meter (15 Kilometer westlich von Gstaad).

La Tornette 01Ausgangspunkt: L’Etivaz, 1140 Meter (an der Straße über den Col des Mosses, je­nen Paßübergang, der das Un­terwallis mit dem Pays d’En­haut verbindet).

Aufstieg: Von L’Etivaz süd­wärts dem rechten Ufer des Baches L’Eau froide entlang. Nach der Wasserfassung wei­ter geradeaus, dann links in sehr lichtem Wald steil hinaufzu einer kleinen Hütte. Rechts ansteigend in den Wald hinein. Bei sicheren Schneeverhält­nissen folgt man, an Planpé­rette La Para tourenskizzevorbei, dem Fuß von Les Arpilles zu den offenen Hän­gen oberhalb Toumalay. Sonst überschreitet man so­bald wie möglich den Bach und steigt durch Waldlichtun­gen direkt zur Alphütte von Toumalay, 1762 Meter. Süd­wärts weiter, zuletzt über ei­nen steilen Hang, zum Col de Seron, 2153 Meter. Nun über den Ostgrat auf den Gipfel (rechts Wächten). 4 1/2 Stunden vom Ausgangspunkt.

Abfahrt: Auf der gleichen Route.

Charakter, Schwierigkeiten und beste Jahreszeit: Ziem­lich lange Tour für gute Skifah­rer, die auch in schwierigem Gelände ihre Spuren ziehen können. Abwechslungsreich, dank der Nordlage lange Pul­verschnee. Günstig von Janu­ar bis April, also eine Hochwin­ter- und zeitige Frühjahrstour. Führer und Karte: Alpine Ski­touren, Band Nummer IV, Waadt – Freiburg – Bern, Ver­lag Schweizer Alpen-Club. Landeskarte der Schweiz, Blatt 262 mit Skirouten (Ro­chers de Naye), Maßstab 1:50 000.