Cresta Bianca 2932 m – Skitour in der Cristallo Gruppe

 
 

Drei Stunden etwa braucht man von München, um mit dem Auto nach Schluderbach (Carbonin) zu kommen, das auf dem Weg von Toblach nach Cortina liegt. Man fährt dann noch drei Kilo­meter weiter und kommt an den Paß Cimabanche (1518 m). Hier beginnt unsere Skitour. Unser Gipfel ist die Cresta Bianca (2932 m). An der Südseite befinden sich Skilifte und gewalzte Pisten, die von der Cresta-Bianca­Scharte herabziehen. An der Nordseite des Berges ist nichts von ,dem Rummel, den das Pi­stenfahren nun mal mit sich bringt, zu spüren. Hier gibt es einmalig schöne Hänge, die meist mit Pulverschnee bedeckt sind; hier gibt es Schlichtabfahr­ten, die man nicht vergessen wird.

Cresta Bianca 01Nun zu unserer Tour. Von der Paßhöhe aus (1518 m) geht man genau Richtung Süden und kommt nach zehn Minuten an eine Schlucht, in die man ein­biegt. Bei guten Schneeverhält­nissen sind die zum Teil zim­mergroßen Felsblöcke verschneit, und es macht wenig Mühe den ersten, sehr schmalen und wild ausschauenden Schluchtanfang hinaufzusteigen. Bei wenig Schnee ist es am besten, sich an der rechten Seite der Schlucht zu halten. Hat man den ersten Aufschwung hinter sich, wird die Schlucht etwas breiter, bis sie dann im oberen Teil in einem großen Hang endet. Dieser Hang wird durch einen Felsgrat abge­schlossen, den man knapp un­terhalb von rechts nach links quert. So gelangt man in eine große Mulde, von der aus man den Gipfel der Cresta Bianca bereits Cresta Bianca tourenkartesehen kann. Am rechten Rand der Mulde entdeckt man eine Scharte, die bei der an­schließenden Abfahrt als Über­gang dient. Der vor uns liegende Gipfelhang hat im oberen Teil eine Steilheit von etwa 35 Grad und verspricht eine tolle Abfahrt. Am Gipfel angekommen bietet sch ein schöner Ausblick. Gegen Westen sieht man die Tofana oberhalb Cortina, im Nordosten ragt die Rückseite der Drei Zinnen auf, mit dem etwas rechts abgesetzt stehenden Zwölfer (3094 m).

quasi in cima alla Cresta BiancaNach kurzer Rast beginnt die Abfahrt ins Tal. Nach dem Gip­felhang hält man sich etwas links, um in die Scharte zu kom­men, die ich vorher erwähnt ha­be. Die Scharte ist der Über­gang in ein Tal, das sich Rich­tung Westen hinunterzieht und an der ehemaligen Bahnstrecke Toblach—Cortina endet. Der nun vor uns liegende Westhang läuft in zwei Rinnen aus, die am Ende wieder zusammentreffen. Man fährt in die rechte Rinne ein und quert am Ende nach rechts in ein Waldstück, das der letzte Teil der Abfahrt ist. Hört der Wald auf, fährt man an einem Bach entlang, bis man zum Gasthaus Dibona, das sich Risto­rante Ospitale nennt, aufsteigen kann. Dibona, ein Mitglied der berühmten Cortineser Bergstei­ger-Familie, ist selbst ein be­kannter Langläufer. Man kann guten Speck und Rotwein bei ihm bekommen, und sollte er zu Hause sein, wird er einen auch wieder zum Auto zurückfahren, das ja am Paß Cimabanche zurückgelassen wurde.