Galenstock – Urner Alpen – TOURENTIPP SKITOUR

 
 

Die zentralschweizerischen Urner Alpen genießen bei Bergsteigern aller Neigungen einen beachtlichen Ruf, wenn­gleich sie noch nicht zu den Super-Modegebieten gehö­ren. Ein weitverbreitetes Buch über „100 stille Skitouren in den Alpen“ zählt – im Beisein von Montblanc, Monte Rosa und Wetterhorn – den Galen-stock, 3583 Meter, zu seinen größten und längsten Skitou­ren. Sicher, diesen gewaltigen Aussichtspunkt im Herzen der Schweiz sollte man nicht un­ter-, aber auch nicht über­schätzen. Wenn der Furkapaß offen ist, kann der Galenstock von geübten Gehern als hoch­alpine Eintagestour bewältigt werden. Er ist zudem deutlich einfacher als der Montblanc. Wer jedoch auf steilem Firn nicht sicher aufsteigen kann, der sollte sich mit einem Be­such der Eisgrotte im Rhone­gletscher begnügen …

Talorte: Realp, 1538 Meter (Ostrampe der Furka); Gletsch, 1757 Meter (West­rampe).

Ausgangspunkt: Hotel Belvédère, 2274 Meter, an der Paßstraße, bei der Zunge des Rhonegletschers; Übernach­tungsmöglichkeit.

Aufstieg: Hinter dem Belvé­dère zum Rhonegletscher und an seinem linken Rand (Ach­tung vor Querspalten) aufstei­gen. Um den Westfuß des Si­delenhorns herum bis in eine Mulde (etwa 2600 Meter) süd­lich von Punkt 2769 Meter. Nun nach rechts auf den stei­len Firn, der vom Sattel, 3113 Meter, zwischen Sidelenhorn und Galenstock herunter­zieht. Unterhalb des Sattels den Felsen entlang nach links und über einen steilen Hang aufwärts in flacheres Gelände. Jetzt nach rechts über einen steilen Hang zum breiten Rucken des Galenstock-Südgra­tes queren. Über diesen bis unterhalb der 40 Grad abfal­lenden Gipfelkalotte. Skide­pot. Zu Fuß zum höchsten Punkt. 5 Stunden vom Belvé­dère.

Abfahrt. Gleiche Route. Da der Galenstock meist erst im Frühsommer als Skitourenziel in Frage kommt, empfiehlt sich frühzeitiger Aufbruch, da­mit die herrlichen Süd- und Westhänge beim richtigen Firn befahren werden können. Auf dem Rhonegletscher ist der Schnee dann leider meist „matschig“.

Charakter, Schwierigkeiten und beste Jahreszeit. Star­ke Skitour zum Saisonende. Mittelschwierig, mit einzelnen ziemlich schwierigen Stellen. Die Gletscher sind sehr steil. Da häufig Hartschnee auftritt, ist gute und sichere Technik besonders beim Aufstieg nö­tig, wenn heikle Rutscher vermieden werden sollen. Harscheisen, Steigeisen, Pickel und Seil nicht vergessen. Beste Zeit Juni/Juli.

Führer und Karten: Alpine Skitouren, Band I, Zentral­schweiz – Tessin (Verlag Schweizer Alpen-Club). Lan­deskarte der Schweiz, Blatt 255 (Sustenpaß), Maßstab 1:50 000.

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