Niederes Großwandeck Südpfeiler – Dachsteingebirge – TOURENTIPP KLETTERN

 
 

Von den beiden an das Niede­re Großwandeck, 2367 Meter, angelehnten Felssäulen läuft zwar der mächtige „Däumling“ dem wesentlich kleineren „Finger“ an Bekanntheit den Rang ab, doch bietet gerade letzterer guten „Genußklette­rern“ eine eindrucksvolle Fels­fahrt, während im Gegensatz dazu die berühmte Däumling-Ostkante mehr die Kletterer schärferer Richtung in ihren Bann zieht. Aber auch an der „Fingerkante“ kommt man in puncto Schwierigkeit auf sei­ne Kosten. Bei Gebietsken­nern gilt die Tour bis heute als „schneidige“ Führe, auch wenn keine extremen Schwierig­keitsgrade verlangt werden. Begeher dürfen sich auf impo­nierend luftige Stellen und fe­sten Fels freuen. Für eine sinn­volle Absicherung sollten eini­ge Klemmkeile, eventuell auch ein paar Haken mitge­nommen werden, da das vor­handene Material nicht als optimal bezeichnet werden kann. Die notwendigsten Zwi­schenhaken sind zwar vorhanden, sie haben jedoch teilwei­se schlechte Qualität. Stand­haken fehlen zum Großteil. Kletterlänge etwa 420 Meter.

Schwierigkeiten: V- (eine Stelle), IV+/AO (Einstiegsver­schneidung, bei Nässe we­sentlich schwieriger), sonst an der eigentlichen „Fingerkante“ meist IV und IV-, am Gipfel­grat großenteils leichter, Ill und II. Zeit: 3 bis 4 Stunden.

Ausgangspunkt: Hofpürgl­hütte, 1703 Meter, ÖAV, vom Ende der von Filzmoos zur Aualm führenden Mautstraße bequem in 1 Std. zu erreichen.

Zugang: Auf bezeichnetem Weg zum Steiglpaß, 2012 Me­ter. Von der Paßhöhe nach links ins Obere Armkar. Den Nordostgrat der Armkarwand, der das Obere vom Unteren Armkar trennt, umgeht man rechts und gelangt so ins Untere Armkar. Nach dessen Durchquerung steigt man di­rekt zum Ansatz der Kaminrei­he, die links des „Fingers“ zum Wandfuß herabzieht, hinauf. Hier ist der Einstieg. 1 1/2 Std.

Übersicht: Die oberhalb des Einstieges befindliche Kamin­reihe kann nur ein Stück weit durchklettert werden. Bald zwingen mächtige Überhänge zum Ausweichen nach rechts in die ausgesetzte Platten­wand („Fingerkante“). Zuletzt erreicht man durch Rinnen und Kamine die Scharte hinter dem „Finger. Den dort anset­zenden Südostgrat des Nie­deren Großwandecks verfolgt man nun bis zum Gipfel.

Abstieg: Vom Gipfel nach We­sten bis in eine Gratscharte hinunter. Nun nach Süden durch eine Rinne und über Schrofen zu einer Schutt­terrasse absteigen (stellen­weise II). Man umgeht einen kleinen Abbruch rechts und gelangt auf den Schutt unter­halb des Wandfußes. Etwa 1 Stunde vom Gipfel. (Von den letzten Seillängen des Süd­ostgrats aus ist der Abstiegs­weg gut einzusehen.)