Sicher unterwegs in Eis und Firn

 
 
offensichtlich sind. Spalten verbergen sich überall dort, wo der Gletscher seine Fließ­geschwindigkeit verändert, also an Kanten, Kuppen, Kurven, Rändern und Zungen. Spalten auf einem frisch verschneiten Glet­scher zu erkennen erfordert Übung und Erfahrung; häufig erkennt man sie durch Einsenkungen im Schnee oder als dunklere Streifen.

Ideal für eine Gletscherbegehung ist eine Dreier-Seilschaft, die sich im Abstand von etwa zehn Metern von der Mitte aus gese­hen ins Seil einbindet; die maximale Seil­schaftsgröße sind fünf Bergsteiger, die sich in entsprechend kürzeren Abständen ein­binden. Zweier-Seilschaften am Gletscher sollten nur von erfahrenen Bergsteigern gebildet werden. Angeseilt wird per Achter­knoten oder Sackstich und zwei gegenläufig eingehängten Karabinern, bevorzugt mit Hüftgurt, da hier der Angelpunkt näher am Boden ist. Zwischen den Partnern werden drei weitere Sackstichschlingen ins Seil geknüpft, die dazu dienen, einen Spalten­sturz zusätzlich abzubremsen. Das Restseil wird vom ersten und letzten Mann aufge­nommen und griffbereit unter dem Ruck­sackdeckel verstaut. Ein Praxistipp: Den Rucksack mit einer Schlinge am Sitzgurt sichern, damit er im Falle eines Sturzes so­fort abgeworfen werden kann. Beim Gehen auf dem Gletscher sollte das Sicherungsseil zwischen den Bergsteigern leicht gespannt sein und nicht im Schnee/Firn schleifen.

Spaltensturz was nun?