Sicher unterwegs in Eis und Firn

 
 
Geländefor­men, die das Hochgebirge zu bieten hat. Wer in Eis und Firn unterwegs ist, hat ohne Basiswissen ganz schnell sein Limit erreicht. Eine Tour im Hochgebirge erfordert neben Tritt­sicherheit, alpiner Erfahrung und Schwin­delfreiheit zudem eine gute körperliche Verfassung und ganz besonders Übung im Umgang mit Steigeisen und Pickel.

Die Krallen ausfahren!

In Eis und Firn sind Steigeisen und Pickel das Handwerkszeug des Alpinisten. Für Ein­steiger ist das Gehen mit Steigeisen anfangs etwas ungewohnt. Durch eine breitbeinige Gehtechnik verhindert man, dass sich die scharfen Zacken der Eisen am Hosenbein verhaken und schlimme Stürze verursa­chen. In flachem oder mäßig steilem Ge­lände ist die Vertikalzackentechnik gefragt. Dazu dreht man die Fußspitzen seitlich abwärts – so erhalten alle Zacken (von der Schuhsohle nach unten gehend) optimalen Griff. Eine hüftbreite Beinstellung gilt als optimal. In steilerem Gelände (ab 35 Grad) steigt man auf die Frontalzackentechnik um (von der Spitze nach vorne zeigend). Dabei ruht das Körpergewicht auf den Fron­talzacken der Steigeisen, die ins eisige Ele­ment gesetzt werden. Grundsätzlich gilt im Eis das gleiche wie auch beim Bergwandern: Besser viele kleine anstatt wenige lange Schritte machen.

Der Pickel verleiht beim Gehen im Eis zu­sätzlich Halt und Stabilität. Die Länge des Pickels sollte so gewählt werden, dass die Pickelspitze den Boden berührt, wenn man das Eisgerät mit hängendem Arm in der Hand hält. So kann der Pickel seine Aufga­be als »Spazierstock« oder als Sondiergerät nach versteckten Spalten wahrnehmen. In steilerem Gelände wird er am Pickelkopf oder über die Handschlaufe gegriffen, da­bei unterstützt er als »Stützpickel« bei der Vertikalzackentechnik.

Das Seil, die Lebensversicherung! Generell sollte man bei Gletscherbegehun­gen immer angeseilt unterwegs sein. Aus­nahmen gibt es nur, wenn der Gletscher blank (aper) ist und so die Gletscherspalten