Selbst- und Gefährtensicherung – Sicher sichern

 
 

stecken. Als erstes fixiert sich der Kletterer selbst per Mastwurf (siehe Bild) und Verschlusskarabiner am unteren der beiden Haken. Seinem Partner signalisiert er anschließend mit dem Ruf »Stand!«, dass dieser ihn aus der Sicherung nehmen kann. Der Hafen ist zwar nun erreicht, aber der Anker ist noch nicht gesetzt. Dazu werden sämtliche Fixpunkte eines Standplatzes per Reihenschaltung miteinander verbunden (siehe Bild). Dies erfolgt idealerweise mit der sog. Standplatzschlinge, einer mindestens 120 Zentimeter, im alpinen Gelände besser 180 Zentimeter langen, vernähten Bandschlinge, die bereits vor dem Einstieg fertig präpariert wird (siehe Bild rechts). Direkt hinter der Naht (so kann sie später nicht stören) wird ein Sackstich- oder Bulin-Auge (Zentralpunktauge) angebracht, in welches ein Verschlusskarabiner (Schrauber oder Bajonett) eingehängt ist. Am offenen Ende wird ein Normalkarabiner eingehängt, dann die beiden Karabiner verbunden und die Schlinge doppelt tiber der Schulter getragen. Am Standplatz wird das Zentralpunktauge per Karabiner in den unteren Haken eingehängt, der Normalkarabiner klickt in den zweiten Standhaken, anschließend strafft man die Schlinge per Mastwurf – und fertig ist die Verankerung im sicheren Standplatz-»Hafen«.

»Nachkommen«

Nun geht es daran, den Partner in den sicheren Hafen zu bringen. Dazu wird zuerst das Restseil eingeholt und anschließend die Gefährtensicherung per Halbmastwurf (HMS) im Verschlusskarabiner des Zentralpunktauges angebracht. Nun kann man dem Partner per Zuruf »nachkommen« signalisieren. Klettert eine Seilschaft in Wechselführung, so ist die Gefährtensicherung per HMS im Zentralpunkt des Standplatzes zu empfehlen. Wer mit Tube sichern möchte, muss über den Körper sichern, allerdings ist dazu die Nutzung eines sog. »Dummy Runners« (siehe Bild unten) Pflicht, damit das Seil bei Belastung immer nach oben weist. Die Sicherung über den Körper sollte jedoch nur von sturzerfahrenen Kletterern praktiziert werden, da im Falle eines Vorsteigersturzes der Sichernde immer ein Stück weit nach oben gerissen wird; die Sicherung per HMS über den Zentralpunkt ist auf alle Fälle die ein-steigerfreundliche Lösung.

Ist der Nachsteiger am Standplatz angekommen, so wird er zum Vorsteiger der nächs-ten Seillänge. Er lässt sich die restlichen Expressschlingen geben, prüft seine Standplatzschlinge und klettert los. Möchte er aber Nachsteiger bleiben, so hängt er seine Selbstsicherung neben die seines Partners, gibt diesem eine zweite Standplatzschlinge samt der mitgebrachten Expressschlingen und übernimmt erneut die Sicherung des Vorsteigers per HMS im Zentralpunkt. Der nächsten Etappe auf der Reise durch den Ozean aus Stein steht nichts mehr imWege…

Diese Teile sind immer dabei

Reiner Taglinger, staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Product- & Qualitymanager der Mammut Alpine School über seine liebsten Aus-rastungsstücke, wenn er beim Klettern im Gebirge unterwegs ist:

Klettern bedeutet für mich vor allem Spaß und Lebensfreude und ist ein Teil meiner Lebensphilosophie. Am Anfang probierst du es mit roher Kraft, nach und nach verfeinerst du deineTechnik und schließlich mischt