Große Laserzwand Westkante – Lienzer Dolomiten – TOURENTIPP KLETTERN

 
 

Wer von der Dolomitenhütte zur gemütlichen Karlsbader Hütte im Laserzkessel auf­steigt, ist bald von den mäch­tigen Abstürzen der Großen Laserzwand , 2614 Meter, tief beeindruckt. Je höher man kommt, desto mehr wird man von der scharfen Kante in ih­ren Bann gezogen, mit der die Laserzwand von ihrem westli­chen Eckpfeiler , dem Laserz­wandköpfl, abbricht. An ihrem Fuß endet eine markante Plat­tenrampe mit einer Felsen­kanzel. Dahinter erkennt man nur noch Luft. Auf gute Klette­rer wirkt eine solche „atemberaubende“ Kante natürlich wie ein Magnet. Den Begeher er­warten dann auch wirklich phantastisch ausgesetzte Stellen, die jedoch an dem festen Fels mit seinen oft idealen Griffschuppen reinen Genuß vermitteln können. Es herrscht häufig Rißkletterei vor, die im oberen Teil, am sogenannten „Schinderriß“, auch recht anstrengend wer­den kann. Die notwendigen Haken stecken, es sollten aber einige Klemmkeile mitgeführt werden. Kletterlänge bis zum Laserzwandköpfl etwa 230 Meter.

Schwierigkeiten: V +/A0 (Stellen im „Schinderriß“), sonst IV mit Stellen V, nur we­nige Passagen leichter. Der auf das Laserzwandköpfl fol­gende Westgrat zum Gipfel ist mit Ausnahme der Einstiegswand (IV+) nur noch mäßig schwierig (II).

Zeit: 2 1/2 bis 3 Stunden für die Kante und eine weitere halbe Stunde für den Westgrat zum Gipfel.

Stützpunkt: Karlsbader Hüt­te, 2260 Meter, vom Parkplatz bei der Dolomitenhütte, 1620 Meter (Mautstraße von Tristach bei Lienz), in 2 Stunden zu erreichen.

Zugang: Von der Karlsbader Hütte zuerst ein Stück abstei­gen, dann auf dem „Rudl-EllerWeg“ in Richtung Hohes Törl, bis unter den Wänden von rechts die Westschlucht her­abzieht. Dort zuerst kurz rechts, dann links empor auf den markanten, rampenarti­gen Plattenschuß, der schräg links emporzieht und an der Westkante endet. Die Platten­rampe hinauf (II) bis zu ihrem Ende auf einer luftigen Fels­kanzel. Hier Einstieg (gebohr­ter Standhaken). 1 Stunde.

Übersicht: Die vom Laserz­wandköpfl kühn abbrechende

Westkante wird durch einen Absatz in zwei Hälften geglie­dert. Der Dachüberhang in der unteren Hälfte wird mit einer Linksschleife umgangen, die zweite Kantenhälfte durch­zieht ein markanter Riß („Schinderriß“), der den Durch­stieg vermittelt. Vom Gipfel des Laserzwandköpfls klet­tert man ohne größere Schwierigkeiten (II) zur Laserzwandköpflscharte ab und er­reicht über den Westgrat den Gipfel (siehe auch Tourentip „Alpenrautekamin“).

Abstieg: Auf bezeichnetem Steig über die Südostflanke in etwa 3/4 Stunden zur Hütte zu­rück.