Einige Bücher zählen alle Berge zwischen der Grimsel und dem Genfer See zu den Berner Alpen. Doch gibt es geologisch, geographisch und geschichtlich einen Sinn, die Waadtländer Alpen als eigenständiges Gebirge auszugliedern. Höchster Punkt dieses recht unbekannten Bergmas
sivs sind die Diablerets, 3209,7 Meter, die Teufelshörner, die mit gewaltigen Bergstürzen im 18. Jahrhundert von sich reden machten (Derborence). Heute sind die Les Diablerets gut erschlossen: Sommers wie winters sind an ihren Nordhängen sowie auf dem flachen Tsanfleurongletscher Skifahrer und Langläufer anzutreffen. Dank der Luftseilbahn ist der Gipfel also nicht weit: Dort oben ist man aber dem hektischen Rummel entstiegen und genießt eine ganz starke Aussicht auf Berner und Walliser Alpen sowie auf den nahegelegenen Montblanc. Kurz: Eine sehr leichte Hochtour, bei der die Gipfelrast um so länger und schöner ausfallen wird, vor allem mit einer Flasche vom guten (aber leider auch teuren) Waadtländer Wein.
Talorte: Les Diablerets, 1 151 Meter, auf der französischsprachigen, sowie Gsteig, 1 184 Meter, auf der deutschsprachigen Seite des Col du Pillon.
Ausgangspunkt: Paßhöhe des Col du Pillon, 1546 Meter. Mit den drei Sektionen der Luftseilbahn auf den Sex Rouge, 2940 Meter.
Aufstieg: Von der Bergstation südostwärts auf einem Geröll-rücken (und Schneeresten) auf den Tsanfleurongletscher absteigen, etwa 2850 Meter. Nun südwärts gegen die Bergstation des Skilifts aufsteigen und die Schneekuppe des Dôme zu einem Sattel überschreiten. Links einen steilen Hang hinab (Achtung auf Bergschrund) auf den Diableretsgletscher. Nun steigt man über diesen flachen, später sich etwas aufrichtenden Gletscher in Südwestrichtung zum Gipfel der Diablerets, wobei der Hauptgipfel zuletzt über einen luftigen Grat erklettert wird. 2 Stunden.
Abstieg: Gleiche Route.
Charakter, Schwierigkeiten und beste Jahreszeit: Leichte Gletscherwanderung, geeignet auch für solche, die ohne Schwierigkeiten einen großen Berg besteigen und Hochtourenluft schnuppernmöchten. Der Gletscher ist zahm, aber richtig anseilen sollte man sich trotzdem. Günstig von Juli bis September.
Führer und Karten: Hans Grossen, Berner Oberland – die 100 schönsten Touren, Carta-Bruckmann-Verlag, München. Wer des Französischen mächtig ist, findet im Guide des Alpes et Préalpes vaudoises von Maurice Brandt (Verlag Schweizer Alpen-Club) einen 600seitigen Führer mit Hunderten von unbekannten Touren. Landeskarte der Schweiz, Maßstab 1:50 000, Blatt 272 (St. Mauriche); Maßstab 1:25 000, Blatt 1285 (Les Diablerets).
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