Mittagflue Südkante – Berner Voralpen – TOURENTIPP KLETTERN

 
 

Die Mittagflue, 1865 Meter, ist der auffälligste Felsgipfel im Simmental. Seine von einem Bergsturz gekennzeichnete Südostwand erhebt sich mächtig über dem Bauerndorf Boltigen. Vom Tal aus weniger sichtbar sind die anderen Tür­me dieses vielfältigen Kletter­gebietes: Chemiflue und Trim­lenhorn. Die Mittagflue selbst ist ein Doppelgipfel: Die hier vorgestellte Südkante, fast so etwas wie eine Schleierkante im Miniformat, führt auf den Südgipfel. Am Nordgipfel gibt es weitere Routen in den g lei­chen Schwierigkeiten und im gleich guten Kalk, und auch der Normalweg auf das Jump­ferli (Jungfrau), so der sinnli­chere zweite Name für die Chemiflue, gehört zu den so­genannten Genußklettereien. Warum also nicht ein paar Tage Urlaub machen und in einem der behäbigen Land­gasthöfe Quartier aufschla­gen, um den Simmentaler Kletterherbst hautnah zu erle­ben?

Schwierigkeiten: V oder IV+/AO (eine Stelle), IV+ (drei Passagen), Rest überwiegend IV mit leichten Zwischenstük­ken. Zeit: 2 1/2 bis 3 Stunden.

Talort: Boltigen im Simmen­tal, 823 Meter.

Ausgangspunkt: Westende der Alp Ramseren (etwa 1360 Meter), mit dem Auto auf ei­nem schmalen Sträßchen über Tubetal und Adlemsried.

Zugang: Von Ramseren west­wärts auf waagrechtem Weg unter den Südostabstürzen der Mittagflue hindurch. Wei­ter auf dem Pfad zu einer Alp­hütte und über Nüschleten hinauf gegen die Mittagflue. An ihrem Südostfuß am obe­ren Rand des Wäldchens ent­lang ein Geröllfeld nach rechts queren, auf Pfadspuren leicht abwärts und hinaus auf die Grasbänder am Fuß der senkrechten Südwestwand. Auf ihnen weiter queren bis zu einem Grascouloir, das auf die Südkante hinaufleitet (früher Normaleinstieg). Kurz vorher rechts hinab auf einen Gras­platz. Nun den Felsen entlang zum ausgesetzten Einstieg.

Übersicht: Die Führe leitet, mit Abweichungen nach links, stets an der Kante entlang. In den ersten drei Seillängen ist sie nicht sehr ausgeprägt, auch nicht so steil und luftig. Das ändert sich mit der IV+-Seillänge direkt an der schma­len Kante. Den folgenden Stand nach 20 Metern überklettern, um erst bei der gro­ßen Platte Stand zu machen (Routenbuch); auf reibungslo­sen Seillauf achten. Die Klette­rei ist ausgesetzt, aber gut ab­gesichert. Die Schlüsselstelle ist zuoberst: sich direkt in der Verschneidung hocharbeiten, obwohl auch rechts der Kante Haken stecken. Danach legt sich die Kante zurück.

Abstieg: Auf markiertem Pfad hinab in die Scharte zwischen Süd- und Nordgipfel und links hinunter zur Alp Nüschleten.

Führer und Karte: Clubfüh­rer Berner Voralpen, Ver­lag SAC. Landeskarte der Schweiz, 1:25 000, Blatt 1226 (Boltigen).

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