Piz Badile Nordkante – Südliche Bergeller Berge – TOURENTIPP KLETTERN

 
 

Der Piz Badile, 3308 Meter, ist nicht nur der bekannteste Gipfel in den Südlichen Bergeller Bergen, sondern sicher­lich auch einer der berühmte­sten Gipfel der Alpen. Seine Wände und Grate genießen bei Felskletterern einen gera­dezu legendären Ruf; findet man am Pizzo Badile doch ei­nen so hervorragend festen Granit, wie er sonst im weiten Alpenbogen nur selten anzu­treffen ist. Auch die drama­tische Erstdurchsteigungsge­schichte der Nordostwand hat großen Anteil am Nimbus die­ses Berges. Die Badile-Nord­kante dagegen, schlechthin als „Badilekante” berühmt, bie­tet herrliche mittelschwere Kletterei und dürfte zu den absolut schönsten Kanten in den Alpen gehören. Höhenun­terschied etwa 800 Meter, Kletterlänge etwa 1 250 Meter.

Schwierigkeiten: IV + (zwei Stellen), Rest III und IV und leichter. Zeit: 5 bis 6 Stunden. Günstigste Jahreszeit sind in der Regel die Monate Juli und August. Es empfiehlt sich, die Tour an einem weitgehend ge­wittersicheren Tag zu unter­nehmen.

Talort Bondo, 800 Meter, klei­nes Bergdorf an der Straße vom Malojapaß nach Chia­venna. Von Bondo durch das gleichnamige Tal Zufahrt bis zur Siedlung Laret. Dort meh­rere gute Parkmöglichkeiten.

Stützpunkt: Sass-Furä-Hütte (auch Sasc-Furâ-Hütte), 1904 Meter, SAC, bewirtschaftet von Mitte Juli bis Ende August, 40 Schlafplätze. Von Laret auf gutem Weg in 1  1/2 bis 2 Stun­den zu erreichen.

Zugang: Direkt hinter der Hütte über Blockgelände und durch eine meist schneegefüllte Rinne in etwa 1 1/2 Stun­den zum Einstieg der Nord­kante.

Die Führe: Man hält sich im­mer an der Kante (mit kurzen Umgehungen rechts) in stets anregender Kletterei bis zum Gipfel des Piz Badile. Schlüs­selstelle ist die sogenannte „Zürcher Platte” (nach dem Erstbegeher benannt) im obe­ren Kantendrittel.

Abstieg: Entweder wieder über die Kante zurückklettern (dabei wird über die schwierig­sten Stellen abgeseilt) oder Abstieg auf der südseitigen Normalroute zum Rifugio Gianetti (einige rote Markierun­gen, einzelne Stellen Grad II), 2 Stunden. Die Rückkehr von dort, über den Passo Porcelliz­zo, das Bivacco Vaninetti und den Passo Trubinasca zur Sass-Furä-Hütte und nach La-ret, ist eine Tagestour für sich, die sich auf Grund ihrer land­schaftlichen Pracht allerdings sehr lohnend gestaltet. Man darf also für das „Unterneh­men Badile” getrost 2  1/2 Tage Zeit einplanen.

Führer und Karte: Führer durch das Bergell von Paul Nigg (Bergverlag Rudolf Ro­ther, München). Landeskarte der Schweiz, Blatt 1296 (Sciora), Maßstab 1:25 000.