Piz Albris – Bündner Alpen – TOURENTIPP HOCHTOUR

 
 

Es ist eine bekannte Tatsache: Nicht die sehr hohen Berge haben bevorzugte Aussichts­gipfel, sondern jene, die – dem Schauobjekt unmittelbar ge­genüber – deutlich niedriger sind; aber doch nicht so nied­rig, als daß sich die Perspekti­ve verzerrt darstellt.

Am Rande der Bernina, in der Languardgruppe, vermittelt der 3166 Meter hohe Piz Albris eine herrliche Sicht auf die markanten Eisriesen. Der Berg wird verhältnismäßig selten erstiegen, und er ist trotz­dem bekannt: Hier befindet sich das größte Steinbockre­vier der Schweiz.

Talort: Pontresina, 1774 Me­ter, Bahnstation.

Ausgangspunkt: Parkplatz an der Bernina-Paßstraße, et­was oberhalb von Bernina Suot, 2050 Meter.

Aufstieg: Vom Parkplatz auf gutem Weg nordöstlich in das Val da Fain. An der Alpe Berni­na vorbei auf breitem Weg nach Norden und in den lang­gezogenen Talgrund. Nach knapp einer halben Stunde zweigt links eine markierte Spur ab, der man in die Weide­wiesen hinein folgt. Südwestlich des Pischabaches zieht sich der Pfad zunächst am steilen Hang hinauf und wen­det sich kurz vor schroffen Felsen nach Süden. Man um­geht sie und erreicht in nördli­cher Richtung einen Sattel. Von dort am Rande von Firn­feldern in die Fuorcla Pischa, 2874 Meter. Hier verläßt man die bezeichnete Spur und wendet sich in südsüdwestli­che Richtung, gegen den Paun da Zücher. Öberhalb ei­nes Firnfeldes und unterhalb des markanten Felssporns, der unmittelbar vom Gipfel herunterzieht, wird eine steile Eisrinne erreicht. Hier entwe­der an ihrem Rand (brüchiger Fels) oder – bei guten Verhält­nissen – direkt in der Rinne empor, bis man nach links den erwähnten Sporn ersteigen kann. An Schrofen gerade hin­auf zum Gipfel. Etwa 4 Stun­den ab Ausgangspunkt.

Abstieg: Zunächst ein kurzes Stück entlang der Aufstiegs­route hinunter, unterhalb ei­nes kleinen Gletscherfeldes jedoch rechts und östlich auf den im Ausapern begriffenen Vadret Albris. Man quert das Eis und erreicht Schrofen, über die man geradewegs nach Süden, zu einem weithin sichtbaren Kreuz, steigt. (Herr­licher Rastplatz, den man zu diesem Zweck auch unbedingt nutzen sollte!) Dann auf kleinem Weg den Nordgrat des Piz Albris entlang und links, meist auf Blankeis, zur Fuorcla Pischa. Weiter entlang der Aufstiegsroute.

Charakter, Schwierigkeiten und beste Jahreszeit: Loh­nende Tour für geübte Berg­steiger. Erfahrung im Fels (bis Grad lI) und Eis sowie Schwin­delfreiheit erforderlich. Vor­sicht, brüchiges Gestein! Steigeisen sind meist nötig, auf Seilsicherung kann übli­cherweise verzichtet werden.

Karte: Landeskarte der Schweiz, Blatt 5013 (Oberen­gadin), Maßstab 1:50 000.