Wandern unter südlicher Sonne – Tessin

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Der Frühling ist da. Auf der Alpennordseite kündigt er sich erst zaghaft an. Schlüs­selblumen und Schneeglöckchen sind die ersten Sendboten der Na­tur, die in den Tälern zu neuem Leben erwachen. Doch nur wenige Auto- oder Zugstunden entfernt bietet sich ein ganz anderes Bild. Im Tessin ist bis weit hinauf auf die Berge vom Winter keine Spur mehr zu sehen. Kamelien, Magno­lien, Azaleen und sogar die Mimosen stehen in voller Blütenpracht. Man kann das Tessin getrost als klimatische Oase in der Alpenregion bezeichnen. Von der Sonne verwöhnt, ist dort der Frühling schon eingekehrt, wenn die Matten in anderen Alpenregionen noch mit kaltem Weiß bedeckt sind.

Was liegt näher, als die ersten Wander­touren in der Region von Locarno oder Lugano zu unternehmen? Sprachproble­me werden Sie dabei kaum haben. Wenn auch in dieser Region Italienisch gespro­chen wird — Deutsch ist dort niemandem fremd. Daniel Anker hat für Sie sechs Wanderungen in den Frühling zusam­mengestellt. Konditionell brauchen Sie nicht unbedingt in der Verfassung Ihres Lebens zu sein. Die Höhenunterschiede halten sich in Grenzen, und stramme Ta­geswanderungen müssen ja auch nicht unbedingt sein, wenn man die erblühte Natur und die wärmende Sonne erleben will.

War das Tessin noch vor Jahrzehnten Tummelplatz für die Betuchten, kann es sich heutzutage jeder leisten, dort einen Kurzurlaub zu verbringen. Es muß ja nicht immer ein Kurhotel sein. Einfache Pensionen findet man genügend, und auch die Campingplätze öffnen schon sehr früh im Jahr. Einziger Nachteil: Ein Geheimtip ist die Sonnenstube der Schweiz schon lange nicht mehr. Man sollte sich deshalb überlegen, ob man mit dem Auto anreist oder lieber den Zug benutzt. Vor allem in den Städten kann es schon recht „zähflüssig“ zuge­hen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut ausgebaut, und außerdem ist es sicherlich eindrucksvoller, am Abend nach einer Wanderung einmal statt per Auto mit dem Schiff über den Luganer See zum Quartier zurückzukehren. Wir beschreiben hier drei Wanderungen mit dem Ausgangspunkt Lugano und drei Wanderungen, die in Locarno be­ginnen. Sie stellen nur eine Auswahl un­ter vielen Hunderten von Wandermög­lichkeiten im Gebiet der beiden Städte dar. Entsprechende Führer und Wan­derbücher lohnen sich bestimmt, wenn Sie das Tessin richtig erforschen wollen. Später im Jahr kann man ja auch höher hinaus. Sollten Sie in diesen beiden Städten oder in den benachbarten Orten auch wohnen wollen, dann sollten Sie schon einige Zeit vorher „Quartier ma­chen“. Besonders an den Wochenenden und den Feiertagen sind die Hotels und Unterkünfte teilweise ausgebucht.

Auf Spuren der Römer

Hoch über dem Lago Maggiore führt der gut markierte Weg.

Art: Höhenweg, leichtes Schuhwerk ge­nügt.

Gehzeit: 3 1/2 Stunden.

Anfahrt: Von Locarno Hauptbahnhof mit dem Bus nach Ascona Post.

Route: Von der Asconeser Altstadt ge­langt man von der Scalinata della Ruga gegenüber der Posta Antica über eine Treppe zu einem Sträßchen, das zur Strada del Rondonico stößt. Einige hun­dert Meter weiter setzt sich der Römer­weg aufwärts zur Straße fort, die den Monte Verità mit Ronco s. Ascona ver­bindet. Bei einem Wasserfall wechseln wir noch einmal ein kurzes Stück auf den Römerweg, um dann auf einer Fahr­straße zum Ronco zu gelangen. Schöne Aussichtsterrasse (Verpflegungsmög­lichkeit). Durch die enge Via Ciseri kommt man auf das obere Höhensträß­chen Via Barcone. Wir gelangen so nach Porta und Cartogna. Von dort steigt man auf einem Granitsteig zur Wallfahrtskir­che Madonna del Sacro Monte und weiter nach Brissago hinab.

Rückfahrt: Von Brissago Post nach Lo­carno zurück mit dem Bus oder dem Schiff.

Karten: LK der Schweiz, 1 : 25 000, Blät­ter 1312 Locarno, 1332 Brissago.


Tal der Strohflechter

Früher war das Onsernonetal, ein Sei­tental des Centovalli, das Tal der Stroh­flechter. Bis nach Italien wurden ihre Arbeiten verkauft.

Unsere Wanderung beginnt in Russo und folgt der Fahrstraße Via Berzona nach Loco, wo ein Fußweg zur Isorno­schlucht abzweigt. Natürlich ist es auch möglich, schon in Loco zu starten.

Art: Absteigende Talwanderung. Hö­hendifferenz: Abstieg 550 Meter, Auf­stieg 190 Meter.

Gehzeit: 3 1/2 Stunden.

Anfahrt: Mit dem Postautobus Locarno —Loco—Russo. Bahnhof Locarno ab 7.25 und 10.30 Uhr. Fahrzeit ca. 1 Stunde.

Route: Von Russo auf der sonnigen Fahrstraße zurück nach Loco. Kurz vor Loco auf einem gut markierten Fußweg rechts hinab nach Niva (sehenswerte Kapelle). Über den Isorno auf einer typischen Tessiner Brücke. Weiter auf dem alten Sträßchen, vorbei an Kasta­nienwäldern und Kapellen bis Vosa und Pila. Schöner Ausblick auf das Maggia­delta. Abstieg nach Intragna, Hauptort des Centovalli.

Rückfahrt: Von Intragna nach Locarno mit der Bahn. Ab 13.12, 15.17 und 16.22 Uhr.

Karte: LK der Schweiz, 1 :25 000, Blatt 1312 Locarno.

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