Genuß für Extreme – Top Ten – Ith – Donautal – Altmühltal

 
 

Kenner der jeweiligen Klettergartenszene haben aus den drei Gebieten Ith, Donautal und Altmühltal die Ro­sinen herausgepickt und die lohnendsten Touren im VI. und VII. Schwierigkeitsgrad verraten.

Die letzten Schneereste ver­schwinden langsam aus den Tälern, die Tage werden län­ger, und die Sportkletterer bekommen „Frühlingsgefüh­le“. Es ist die Zeit, in der man sich wieder seiner Kletterspezis erinnert. Verabredungen für die ersten Kletterversuche nach dem kalten Winter wer­den getroffen.

Hat das winterliche Krafttrai­ning wohl etwas geholfen? fragt sich der ehrgeizige Trai­ningstyp. „Hoffentlich habe ich nicht alles nach drei Mona­ten Skitourengehen verlernt“, ist der Allroundtyp verunsi­chert.

Allen gemeinsam ist der Wunsch, wieder an den Griffen zu tüfteln und an die Vorjah­resleistungen anknüpfen zu können.

ALPIN hat deshalb für das Frühjahr in Zusammenarbeit mit kompetenten Gebietsken­nern Routenvorschläge für die beliebtesten Sportkletterge­biete zusammengestellt. In diesem Heft werden Ith, Do­nautal und Altmühltal vorge­stellt, im Mai-Heft folgen dann Routentips für Frankenjura und Pfalz.

Die ausgewählten Kletterwe­ge liegen im Bereich des un­teren VI. bis oberen VII. Gra­des, sie sollen den Einstieg in die neue Klettersaison schmackhaft machen und zu­dem die Anregung geben, auch einmal ein fremdes Ge­biet zu besuchen.

Der Ith

Der Ith – in Höhe des Harzes – ist momentan das norddeut­sche Spitzengebiet mit vielen schweren Kletterwegen bis zum IX. Schwierigkeitsgrad. Vor allem bietet er aber eine Fülle von sehr schönen und lohnenden ,,Genuß“-Kletterei­en im mittleren Extrembereich, steile Kalkklettereien an sehr festem, griffigem Kalcfels. Auch für alpennahe Sportkletterer durchaus mal einen längeren Ausflug wert. Der Ith-Spezialist Götz Wiech-mann aus Bremen gibt uns die folgenden Routentips.

VI und VI+

Talseite; Mittagsfels-Turm, VI, zählt zu den großartigsten Talseiten am Ith. Im unteren Teil schwierige Einzelstelle, der obere Teil bietet anhal­tend gutgriffige, aber anstren­gende Loch- und Piazkletterei. „Kick Down, Friedenstein, VI+. Ausgezeichnete Wand­kletterei an kleinen Griffen und Piazschuppen in der SW-Wand des freistehenden Frie­densteins.

Pfeilerweg, Verschneidungswand, VI bis VI+. Die beliebteste und anspruchs­vollste Kletterei im VI. Grad an den Holzener Klippen. Nach der Einstiegsverschneidung (Stopper) verläuft der Anstieg durch kurze, überhängend an­setzende Verschneidungen. Crux ist die Passage in die Abschlußverschneidung. „Talseite; Kamel, 2 SL: VI +/VI -. Zwei-Seillängen­Route mit Zwischenstand un­terhalb der imposanten Dach­verschneidung. Der bauchige Überhang in der ersten Seil­länge bildet die Schlüssel­stelle (Stopper im Überhang zusätzlich!). Nach dem Zwischenstand feingriffige Rechtsquerung zum ,Briefka­sten“ (Ausstiegsüberhang) und damit zum Ausstieg.

VII- bis VII+

Zentrale Südwand; Haderturm, VII-. Großzügige, über­hängende Wandkletterei. Crux am ersten Ring.

Diretissima; Himmelsleiterwand, VII-. Hervorragende Platten- und Lochkletterei, oben überhängend. Einer der ersten Wege des VII. Grades im Ith.

Anaconda; Krokodil, VII. Pralle, kontinuierlich überhän­gende Wandkletterei (Dauer­power). Homogenität und an­strengende Lochkletterei prä­gen den Charakter dieser ein­drucksvollen Route.

Großer Jadebusen; Dra­chenwand, VII bis VII+. Groß­zügigste und abwechslungs­reichste Freikletterroute an den Holzener Klippen. Ausge‑