Dolomiten – SKITOUREN IN DEN DOLOMITEN

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(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Natürlich darf man mit Schnee‑ und Lawinenverhältnissen nicht leichtsinnig »spielen«, aber darum geht es hier auch nicht. Vielmehr lohnt bei manchen Skitouren ein etwas höherer »Einsatz« als geplant, um einen maximalen »Gewinn« sprich: traumhafte Abfahrten zu erlangen.

Genau wie im richtigen Leben gibt es auch bei den Skiourengehern die unterschiedlichsten Typen: Es gibt Jäger und Sammler, Gourmets und Fast­food-Junkies, Wohnzimmer-Biwakierer und Hasardeure. Und manche wechseln ihre Angewohnheiten wie ein Chamä­leon — je nachdem, in welchem Gebiet sie unterwegs sind. In unseren »Dolos«, da entpuppen sogar wir braven Tourenge­her uns als Spieler. Nach dem Motto: ho­her Einsatz, maximaler Gewinn.

Vom hohen Einsatz

Nur die Gipfeltürme sind zu sehen. Gelb­graue Mauern garniert mit Schnee­flecken. Eine abweisende Bastion, auf die den ganzen Winter kein Sonnenstrahl fällt. Den Aufstieg zur Cristalloscharte sieht man vom Tal nicht sehr gut ein. Über eine Stunde geht es im flachen, tief einge­schnittenen Bachbett dahin, bis man im Talschluss auf einen Wasserfall trifft. Hellblau erstarrte Säulen versperren den Weiterweg und zwingen uns in eine steile Rinne zur Linken. 50:50 stehen die Chan­cen, ohne Steigeisen diesen abgeschabten Gully hinaufzukommen. Unser Einsatz: ein Februartag mit sicheren Lawinenver­hältnissen und tiefblauem Himmel. Wir setzen, die Kugel rollt.

Eine Viertelstunde hält uns das Spiel in Atem, dann steigen wir in die Weite des Cristallokars aus. Dort wo einst der mächtige Cristallogletscher lag und heute ein mäßig steiler Schneehang dar­auf wartet, dass wir eine Spur ziehen. Die flachen Sonnenstrahlen spielen mit den Gangeln, ein leichter Wind treibt Schnee­ kristalle vor sich her. Noch 700 Höhenme­ter, aber das Spiel ist gewonnen.

Im letzten Nachmittagslicht stehen wir in der Scharte, einer schmalen Licht­Schatten-Grenze, eingeschnitten zwi­schen hohen Wänden. Und im Kopf ist das nächste Casino gesichtet: die Zacken-linie der Cadini.

Bitte setzen

Höherer Einsatz ist bei Rundtouren gene­rell gefordert. Man kann sich in der Ab­fahrt nicht an den eigenen Spuren orien­tieren und tut sich schwerer in der Beurteilung der Lawinensituation und der besten Pulverhänge. Unsere Rund­tour Ciadin de Rinbianco — Ciadin del Ne­vaio — Ciadin de la Neve in der Cadini­gruppe verspricht steile Hänge und einen Klettersteig. Somit auch Einsamkeit.

(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)So groß ist die Einsamkeit, dass wir zunächst keinerlei Spuren von Vorgän­gern erkennen, obwohl seit Wochen beste Verhältnisse herrschen. Durch lichten und dichten Wald gelangen wir in das schöne Tal Ciadin de Rinbianco und zum Rifugio Fonda Savio. Von dem fallen nur die kitschig blauen Fensterläden auf, der weiße Putz und die meterhohe Schnee­auflage auf dem Dach heben sich kaum vom Weiß ringsum ab.

Eine etwas heikle Querung leitet ins Tal Ciadin del Nevaio. Eine gute Stunde später stehen wir in einer wilden Scharte. Felszacken und Türmchen ringsum, alles dick im Schneemantel verpackt. Unser Klettersteig hinüber ins Ciadin de la Neve? Nichts ist von ihm zu sehen. Statt­dessen nur Steilflanken, die vor unseren Augen himmelwärts ragen oder sich in der Tiefe verlieren.

Die Kugel rollt

(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Tja. Heute haben wir unseren Einsatz wohl verspielt. Immerhin zahlt das Casino Cadini nach der Brotzeit einen Trostpreis aus. Nämlich 700 Höhenmeter Abfahrt in Pulverschnee und Firn durchs Ciadin del Nevaio und am Rifugio vorbei durchs Ciadin de i Toce. Ein landschaftlicher Traum! Über die abschließenden 300 Meter Bruchharsch wollen wir nicht reden. Wie der sprichwörtliche letzte Depp — so stehen wir vor der Schranke mit dem neonfarbe­nen Schild »Lawinensperre«. Drunter die Zeitangabe: Grödner Joch von 11.00 bis 23.00 gesperrt. Als wir am nächsten Mor­gen zum Grödner Joch hinauffahren dür­fen, leuchten noch die Sterne. Die Rech­nung ist einfach: 11— 6 = 5. Also um fünf Uhr losgehen, sechs Stunden für den Auf­stieg durchs Val Culea auf die Sellahoch­fläche, die Abfahrt zur Pisciadùhütte und von da hinab zum Grödner Joch, um vor der Sperre noch mit dem Auto wegzu­kommen. Für eine 900-Höhenmeter-Ski­tour eine großzügige Zeitplanung, finden wir. Naja, lieber am Fuß des Val Setus noch zwei Stunden in der Sonne sitzen und die Aussicht genießen als hetzen müssen und am Ende gar die zwölf Stun­den am Grödner Joch festsitzen und nach einer Nachtfahrt am Montag früh wie gerädert in die Arbeit torkeln.

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