Wildspitze – Panorama in Weiß – Der Pitztaler Ski Express – Skitour

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(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Er gilt als Geheimtipp unter den Gletscherskitouren: objektiv relativ ungefährlich, wenn auch eine kitzlige Passage; wenig Aufstieg für viel Abfahrt mit rassigen Firnhängen – und das bei großartiger Gebirgszenerie vom höchsten Spitz in Tirol aus.

Pastellrosa leuchten die Gletscher­flächen in der Morgensonne, schwarzweiß gescheckt ragen die schroffen Urgesteinsflanken daraus her­vor — und die düsteren Eiswände lassen das Blut in den Adern gefrieren. Es ist wohl eher die Morgenkälte des Spätwin­ters in 3100 Metern Höhe, die die Finger in den Handschuhen und die verschlafe­nen Zehen in den Skitourenstiefeln ge­fühllos werden lässt. Besonders wenn man vom bereits besonnten Pitztaler Gletscherskigebiet herüberkommt in den Schatten der Wildspitze: Während im Tal die ersten Krokusse blühen, herrscht am Ötztaler Weißkamm noch tiefster Winter. Das Klicken der Bindungen auf den be­fellten Ski beim Aufstieg und das metalli­sche Reiben der Harscheisen im harten Schnee als einzige Lebenszeichen verhal­len spurlos über dem weiten Gletscher­plateau des oberen Taschachferners. Zwi­schen dem unscheinbaren Firnbuckel der Petersenspitze und dem im Sonnenlicht brennenden Hinteren Brochkogel (3635 m) dreht man eine weite Linksschleife, um die höchste Eisbastion zwischen Ber­nina, Ortler und Glockner von hinten durch die westliche Gletschermulde und zu Fuß auf dem stark überwechteten Süd­westgrat zu besteigen.

Zum Glück besteht der Südgipfel der Wildspitze (3770 m) aus Fels, sonst würde ihre Majestät in der jetzt blenden­den Treibhaussonne dahinschmelzen wie der früher höhere Nordgipfel. Der von der Ötztaler Seite über das Mitterkar, den klassischen Normalweg, heraufge­kommene Erstbesteiger Leander Klotz wird 1848 dumm geschaut haben, als er auf der Felsspitze sah, dass ihn noch ein Eisgrat von der höchsten Kuppe trennte:

Die kurze Überschreitung zum damals mindestens fünf Meter höheren Nord­gipfel wagte er erst 1861. Dafür erschien dort als erster Tourist bereits 1870 kein geringerer als Franz Senn, der »Glet­scherpfarrer« von Vent. Er ließ die ersten touristischen Unterkunftshütten in den Ötztaler Alpen bauen und initiierte als Gründungsmitglied des Deutschen Al­penvereins die Erschließung besonders der Zentralalpen für den Bergtourismus, von dem die meisten Tiroler Talschaften heute leben.

(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Das Gipfelpanorama ist gigantisch: Kaum auszumachen im Meer der Drei­tausender sind im Westen die majestäti­schen Felsgestalten des Fluchthorns und des Piz Kesch, dafür umso besser die weit herausragenden Pfeiler des Piz Palü in der Berninagruppe und im Süden die kaum weniger eindrucksvolle Ortlergruppe mit der Königsspitze — während die Massive von Presanella, Adamello und Brenta kaum zu unterscheiden sind. Unter den Dolomiten ragen als höchste die weiße Gletscherflanke der Marmo­lada und schroffe Bergstöcke wie Lang­kofel und Monte Christallo heraus. Im Osten geht das felsdunkle Gipfelmeer des Zillertaler Hauptkamms zwischen Hochfeiler und Dreiherrenspitze nahtlos in die gletscherhellen Hohen Tauern mit dem Großvenediger über. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Stu­baier Zuckerhütl so nah liegt und der Ötztaler Similaun aus der Welt des Hörensagens in die ausgelatschte Ski­spur zum real existierenden Gipfel tritt? Zwischen diesem und dem Schnalstaler Skigebiet lässt sich übrigens hinter der Fineilspitze das Tisenjoch mit Ötzis kal­tem Grab vermuten.

(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Von unten drängen schon die nächsten mit dem unterirdischen Pitzexpress und dem Sessellift zum Mittelbergjoch (3166 m) heraufgekarrten Skitourengeher nach: Es wird Zeit, die Ski anzulegen, um als Er­ste Zöpfe in den Firn zu flechten. Ande­rerseits werden die meisten über den fast jedes Jahr ein Spaltenopfer fordernden Taschachferner »freeriden« und zur Tal­station im Pitztal zurückschieben. Einsa­mer, abwechslungsreicher und ein­drucksvoller ist die grandiose Aussichts­route zum Urkundsattel, hoch über dem firnüberzogenen Gebirge aus Eis und Fels. Von wegen Firn: Knieerweichend rattern die »Bretter« über den immer noch beinharten Harsch. Unterm Brochkogel quert man zwar in die Sonne; aber dann wird wieder angefellt und 80 Höhenme­ter zur sonnenüberfluteten Kuppe der Pe­tersenspitze (3484 m) angestiegen. Hier lässt es sich aushalten! Eine kräftige Brot­zeit inmitten der Gletscherwelt des Ötzta­ler Weißkamms ist angesagt.

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