Skitour – Wösterspitze

 
 

Das Bockbachtal kann als reines Frühjahrstourenrevier gelten. Die Steilflan­ken, die das Tal begrenzen, erlauben nur bei wirklich sicheren Frühlingsver­hältnissen das Passieren der Lawinengräben. Dann aber hält das lange Tal eine Reihe von schönen und sehr ruhigen Touren bereit. Wer den Schönheits­fehler des Zustiegs also akzeptiert, findet mit der Wösterspitze und ihren Nachbarbergen optimale Firnberge.

Aufstieg: Vom Parkplatz auf der ge­sperrten Almstraße über den Krabach und über Almgelände bis zur Brücke (ca. 1480 m) über den Bockbach un­mittelbar vor dem Wirtshaus Bock­bach. Man bleibt jedoch auf der linken Seite des Bockbachs und steigt auf ei­nem Almweg ca. 3 km immer hoch über dem Bach durch die sehr steile Flanke talein. Der Weg ist teils schmal und ausgesetzt und quert eine ganze Reihe von Lawinenrinnen. Nach der Einmündung des tief eingeschnitte­nen Großbachs von Westen wird das Gelände flacher und man kann bei ausreichender Schneelage den Bock­bach überqueren. Bei Ausaperung muss der Bach durchwatet werden. Um von der westlichen Bachseite in das große Kar zwischen nördlicher und mittlerer Wösterspitze zu gelangen, holt man weit rechts aus und umgeht somit die hier ansetzende Steilstufe auf ihrer Nordostseite. Schließlich ist der Felsansatz des Nordostgrates der Nördlichen Wö­sterspitze erreicht, um den es links herum in die breite Karschüssel (Vor­deres Gegrüeb’d) geht. Linkshaltend die Steilstufe hinauf zum großen Brot­zeitfelsen. Nun anfangs flach, später steiler zu einer Karverengung und durch sie und den anschließenden Trichter sehr steil hinauf zur häufig überwechteten Scharte zwischen Nördlicher und Mittlerer Wöster­spitze. Über den flachen Schneehang nach rechts zum Gipfel der Nördli­chen Wösterspitze.

Abfahrt: Die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsroute.

Schwierigkeit: Schwierige Skitour

Lawinengefährdung: häufig lawinengefährdet

Exposition: West — Nord —Südost

Ausrüstung: übliche Skitou­renausrüstung, Harscheisen empfehlenswert

Kinder: ungeeignet

Talort: Steeg (1124 m) im Lechtal, Busverbindung von Warth und Reutte

Ausgangspunkt: Beginn der Bock­bachalmstraße (ca. 1200 m) direkt an der Lechtalbundesstraße ca. 3 km westlich von Steeg bei einem kleinen Sägewerk

Öffentliche Verkehrsmittel: bis Steeg im Lechtal

Höhenunterschied: 1360 Hm Das nordseitige Kar zwischen Mittlerer und Nördlicher Wösterspitze eignet sich nur für ganz sichere Schneeverhältnisse

Gesamtdauer: 51/2 Std. (Aufstieg 4 Std., Abfahrt 1 1/2 Std.), je nach Schneelage auch länger

Beste Jahreszeit: März bis April

Karte/Führer: AV-Karte, 1:25 000, Nr. 3/2 »Arlberggebiet«; Elsner, Seifert »Skitourenführer Lechtal«, Panico 2004; Andrea und Andreas Strauß »Skitouren Allgäuer und Lechtaler Al­pen«, München, erscheint im Herbst 2008

Fremdenverkehrsamt: Lechtal Touris­mus, A-6652 Elbigenalp, Tel. +43/(0)56 34/53 15, (nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)

Hütten: keine

Charakter/Besonderheiten: Eine sehr lange und anspruchsvolle Skitour für gute Frühjahrsverhältnisse. Der Zu­stieg ist lang und kann heikel zu bege­hen sein (Querung hoch überm Bach, Lawinengräben), das Herzstück der Tour— das nordseitige Kar, das zur Scharte zwischen Nördlicher und Mitt­lerer Wösterspitze führt, ist wunder­schön. Hier ist die Tour auch nicht mehr schwierig, außer die letzten sehr steilen Meter auf die Scharte hinauf.